Beziehung

Shownotes

Im Allgemeinen werden soziale Beziehungen als eine wechselseitige Verbindung oder ein Verhältnis zwischen zwei oder mehreren Personen definiert, die über bloße Begegnungen hinausgeht und durch gegenseitige Interaktion, Austausch, Unterstützung oder Emotionen geprägt ist, wobei es viele Formen gibt – von Freundschaften über Familie bis hin zu romantischen Partnerschaften, die bestenfalls auf Vertrauen, Zuneigung und/oder gemeinsamen Zielen basieren. Mit unserem Gast, Prof. Dr. Wolfgang Weigand (Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender der DGSv), sprechen wir über Beratungsbeziehung aus Sozialphilisophischer Perspektive, die er in Anlehnung an Martin Buber als tiefes und inneres Berühren versteht. Beziehung ist nach Buber das unmittelbare, gegenwärtige Geschehen des dialogischen Bezugs zwischen einem Ich und einem Du, in dem sich beide nicht als Objekte, sondern als ganze Personen begegnen. Weigand grenzt weiterführend seine Philosophie der Beziehung deutlich ab von funktionalen Definitionen. Angelehnt an Erich Fromm formuliert er "Beziehung ist Sein, nicht Haben", als Seinsweise. Beziehung sei zwar rollengeprägt, aber personengebunden. Als Beratende sind wir für unseren Teil der Beziehung verantwortlich, dafür, ob wir uns innerlich für die andere Person öffnen und seelisches Verstehen möglich machen können. Wir sprechen darüberhinaus auch über Machtasymmetrien, über Beziehung die nicht gelingt, über Konflikte und die Schwierigkeit (Beratungs)Beziehungen zu beenden. Tina betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Trennung von Beratungsbeziehungen zu therapeutischen Beziehungen und mit Verweis auf Honneth auf das Recht von Subjekten sich Beratungsbeziehungen zu verweigern. Wolfgang plädiert für das dauerhaft angelegte Halten der Beziehung. Henning weist auf den Faktor der zeitlichen Begrenzung in Supervisionsprozessen hin. Wir sind uns einig, ein zu stark funktional angelegter Beziehungsbegriff in Supervision und Beratung ist leer, eine stark polarisierende Betonung der Beziehung - insbesondere in beruflichen Kontexten - ist im Sinne der Aufgabenerfüllung eher dysfunktional. Weigand plädiert daher für den Begriff Arbeitsbeziehung, da dieser den Kontext der Beziehung verdeutlicht. /// Literatur /// Buber, M. (1923): Ich und Du // Levinas, E. (1983): Die Spur des Anderen. Untersuchungen zur Phänomenologie und Sozialphilosophie // Honneth, A. (1990): Kampf um Anerkennung // Bion, W. (1990): Lernen durch Erfahrung // Winnicott, D. (1990): Babys und ihre Mütter.

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