Habitus

Shownotes

Das Wort Habitus beschreibt die allgemeine Grundhaltung eines Menschen, die Gesamtheit seines Verhaltens in der sozialen Welt, alle (einverleibten) Strukturen, Neigungen, Veranlagungen, Lebensweisen, Wertvorstellungen, also das Fühlen, Denken, Handeln einer Person. Der französische Soziologe Pierre Bourdieu hat mit seiner Habitustheorie ein umfassendes Erklärungsmodell entwickelt, mit dem sich die innere Welt in Kombination mit äußeren Strukturen erklären lässt. Mit der Habitusforscherin und Supervisorin Dr. Regina Heimann ergründen wir die Theorie indem wir sie u.a. an unsere eigenen privaten sowie beruflichen Erfahrungen anlegen. Dabei stellen wir fest: der Habitus ist zäh, aber veränderbar - das Wechseln des (Herkunfts-)Feldes geht, aber ist schwer. Wir überlegen auch, welche Erkenntnisse hilfreich sind für Supervisoren und Supervisanden. In ihrer Forschung hat sich Dr. Heimann vor allem angeschaut, welche Barrieren der Habitus - als einverleibte Grundgewissheit - in Weiterbildungen oder Karriereentscheidungen wie Studium darstellt. Dieses Wissen stellt sie uns eindrücklich und praxisbezogen zur Verfügung (Verweise auf Literatur: Lars Schmitt "Bestellt und nicht abgeholt. Studium und Habitus-Struktur-Konflikte", Pierre Bourdieu "Die feinen Unterschiede", Michael Vester "Soziale Milieus im gesellschaftlichen Strukturwandel", Edouard Louis "Die Freiheit einer Frau" und "Die Anleitung ein Anderer zu sein").

Mehr über Dr. Regina Heimann ist hier zu finden: https://www.regina-heimann.de/

Der Habitus pointiert und leicht verständlich erklärt: Beate Krais / Gunter Gebauer "Habitus" (2017); Zu Arbeiterkindern, die ins akademische Feld wechseln (möchten) finden sich hier Infos und Ansprechpartner: www.arbeiterkind.de; Weiterführende Literatur: Bourdieu. Pierre (2010): Verstehen: In: Bourdieu, Pierre, et.al. (Hrsg.) Das Elend der Welt. Studienausgabe, 2. Auflage; Konstanz, UKV Verlag, S. 393-410 / Beaufays, Sandra (2015): Die Freiheit arbeiten zu dürfen. Akademische Laufbahn und legitime Lebenspraxis; Beiträge zur Hochschulforschung. 37/3, S. 40-59 / Sander, Tobias (Hrsg.) (2014): Habitussensibilität. Eine neue Anforderung an professionelles Handeln, Wiesbaden, VS Verlag / Liebau, Eckart (2011): Was Pädagogen an Boudieu stört; In: Schulheft: Wie Bourdieu in die Schule kommt. Analysen zu Ungleichheit und Herrschaft im Bildungswesen, 142/36. Jg.; S. 10-21 / Rehbein, Boike (2006): Die Soziologie Pierre Bourdieus; Konstanz, UKV Verlag /

Wir sind erreichbar per Mail: kontakt@ueberblick-podcast.de oder über Instagram (ueberblick_podcast) und freuen uns über Rückmeldungen aller Art!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.